Der Leichnam
Bleich, die Augen geschlossen.
Der Raum war kalt. Er rieb sich die Arme, um etwas Wärme zu erzeugen. Der Blick gesenkt auf die Augenlider der Frau.
Die Lippen blau, der Körper schlaff. Nackt, nur von einer Plane bedeckt.
Der Weg war vorbei. Da er keinen anderen sehen konnte, setzte er sich einfach hin und wartete. Er hatte reichlich Proviant, immerhin hatten sie für zwei gepackt.
Nach einer langen Zeit des Wartens sah er einen neuen Weg. Doch wer hatte ihn freigeschlagen, wer hatte ihn planiert und so sorgsam mit Kies bestreut? "Schau", dachte er. "Es tut sich doch immer ein neuer Weg auf, wenn man auf Wanderschaft ist. Dieser ist jetzt vorbei, doch hier geht es weiter."
Er dachte an die Stunden, die Tage, die Wochen, die Jahre, die sie gemeinsam gegangen waren.
Er schulterte den Rucksack. Das Gepäck der letzten Jahrzehnte, die sie zusammen verbracht haben, war schwer geworden; doch auch sein Rücken, seine Beine, seine Arme waren mit den Jahren stärker geworden.